BMIN - Behinderte Menschen in Not
 
 

Laut Auskunft von Oberstadtbaurat DI Robert Labi (MA 25), dem Leiter der Kompetenzstelle für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen in Wien-Döbling, Amtshaus in der Muthgasse, wurde die Fachstelle unverständlicherweise in das WC-Projekt, das im Jahre 2012 realisiert wurde, auf der Donauinsel nicht miteingebunden.


Insgesamt wurden 13 WC-Anlagen auf der Donauinsel zu hochmodernen und strapazierfähigen Sanitäranlagen umgebaut - moderner Substandard. Neben den neuen WCs wurden auch Duschen eingebaut. Mit der Neugestaltung der WC-Anlagen wurde eines der dringlichsten Probleme auf der Insel gelöst, jedoch nicht für behinderte Mitbürger, obwohl auf der Insel sehr viele Rollstuhlbenutzer und mobilitätseingeschränkte Personen unterwegs sind.


Es gibt auf der Insel nun 32 WC-Anlagen, fast alle stehen nur nicht-behinderten Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung.

Beim Info-Center auf der Donauinsel soll es jedoch eine behindertengerechte WC-Anlage zu den Öffnungszeiten geben.

Stadtplan wien.gv.at: WC-Anlagen im Donauinselbereich

Wien 21 - Floridsdorf

Wien 22 - Donaustadt

Anzumerken ist, dass nicht auf allen diesbezüglichen angegebenen Links behindertengerechte WC-Anlagen eingetragen sind - die wenigen eingetragenen Behindertentoiletten sind nach der Reichsbrücke in Wien 22, Donaustadt im Stadtplan zu finden.


Werden behinderte Mitbürger bewusst, aus Kostengründen oder aus Ignoranz ausgegrenzt?


Die MA 45 und die zuständige Stadträtin Magª Ulli Sima sind aufgefordert behindertengerechte WC-Anlagen neben den vorhandenen Sanitäranlagen nachzurüsten. Mindestmaße für eine Behinderten-WC-Kabine mit kleinem Handwaschbecken: 165 cm x 215 cm (3,5 m²) siehe Technisches Informationsblatt „Öffentliche WC-Anlagen“


Erinnerung: Seit 1997 ist ein Benachteiligungsverbot von behinderten Mitbürgern in der österreichischen Bundesverfassung verankert. Seit 2006 ist das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz in Kraft und 2008 wurde die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert. Die Konvention sieht u.a. vor, dass Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen gewährleistet werden muss.


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Nun doch ein mobiles Behinderten-WC in der Kuchelau - die MA 45 hat reagiert