BMIN - Behinderte Menschen INklusiv
 
 

Fotos von links nach rechts:

1. Rollstuhlplatz mit Klappsitzen, wird gern als Fahrradparkplatz benutzt - 2. Verständigungsmöglichkeit mit Zugfüherer_in - 3. Rampe - 4. Ausstieg;


Vor fast genau zehn Jahren, war Pepo Meia bei der Jungfernfahrt der Schnellbahngarnitur „Talent“ dabei. Die Bezirkszeitung (BZ) lud kurzfristig Meia, aufgrund des in BMIN-Nachrichten erschienen Artikels ÖBB-S45: Wien-Oberdöbling: Barrierefreiheit sieht anders aus zur Besichtigung der neu umgebauten S-Bahnstation Wien-Oberdöbling zum Fototermin. Trotz Aufzügen, Behinderten-WC und Blindenleitlinien ist die Station alles andere als barrierefrei. (Der diesbezügliche Artikel in der BZ ist bis Dato nicht erschienen.)

Schon bei der Jungfernfahrt wies Pepo Meia auf die Mängel des „Talents“ hin, die bis heute nicht beseitigt wurden. Die Bahnsteighöhe verhindert ein selbstständiges Ein- und Aussteigen für „Rollis“ und mobilitätseingeschränkte Personen. Wie aus dem damaligen Artikel ersichtlich waren Fachleute für barrierefreies Planen und Bauen nicht bei der Auswahl des „Talents“ eingebunden worden. Die Pressekonferenz im Cafe „Landtmann“ war bereits im Jahre 2002.

2004 wurden Pepo Meias Erfahrungen mit dem neuen Talent veröffentlicht. Neben dem zu geringen Wendekreis im WC, kritisierte Meia die fehlenden Haltegriffe, die engste Stelle zum Rollstuhlplatz gemessene 83 cm. Auch wurde die variierenden Bahnsteighöhen in Österreich kritisiert. Auch den Verantwortlichen der ÖBB und der Politik war diese Problematik wohl bekannt, doch standen arbeitsmarktpolitische Überlegungen bei der Auswahl dieser Zuggarnitur im Vordergrund.

Was jedoch noch nicht bekannt ist: Im ungünstigen Fall ist der Einstieg für „Rollis“ am Ende des „Talents“. Das bedeutet, dass der/die Zugführer_in bis zum Ende des Zuges gehen muss um die Rampe betätigen zu können. Ärgernisse der Reisenden sind zu erwarten, da es zu noch größeren Verspätungen kommen wird.

Bis 2016 muss der öffentliche Raum barrierefrei sein, Klagen sind also vorprogrammiert.

Der ganze Artikel in Freak-Online vom 23. Dezember 2004: „Ich war dabei“


Die ÖBB-Infrastruktur AG antwortete Pepo Meia bereits auf die geäußerte Kritik im BMIN-Artikel - auszugsweise:

Zur aktuellen Wagensituation bei der S45 können wir Ihnen noch mitteilen, dass auf der Vorortelinie (S 45) vor allem Niederflurfahrzeuge der Serie Talent zum Einsatz kommen, die mit einer fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe ausgestattet sind. Diese Rampe ist für eine Bahnsteighöhe von 38 cm und 55 cm geeignet und wird vom Bordpersonal bei Bedarf bedient. Dazu ist es erforderlich, dass sich der Kunde im Rollstuhl sichtbar am Bahnsteig situiert (am besten in der Nähe der Zugspitze). Dadurch erkennt der Triebfahrzeugführer, dass ein Reisewunsch bzw. eine Einstiegshilfe mit der Rampe gewünscht ist. Eine Voranmeldung für die Hilfestellung ist nicht zwingend notwendig.

Aktuell ist der Wagenbestand der ÖBB noch nicht ausreichend, um einen flächendeckenden Einsatz von barrierefreien Fahrzeugen anbieten zu können. Wir sind uns dessen bewusst und haben auch schon entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung gesetzt. So werden ab 2015 über 100 neue barrierefreie Züge des Typen Desiro ML sukzessive ältere Zugsgarnituren in Wien und Umgebung ablösen.


Link zum Thema:

ÖBB-S45: Wien-Oberdöbling: Barrierefreiheit sieht anders aus