BMIN - Behinderte Menschen INklusiv
 

Im Juni 2014 besuchten wir das Döblinger Hallenbad, welches für „Rollis“ nur mit einem Treppenlifter (Schrägaufzug) zugänglich ist. Der Schrägaufzug wurde 2011 errichtet, ist im Außenbereich und schon die Zufahrt ist unserer Meinung nach sicherlich nicht der gängigen Ö-Norm entsprechend.

Durch unsere reg
elmäßigen Besuche kannten wir die Gegebenheiten beim Eingangsbereich bereits und es wurde uns auch berichtet, dass
es mit dem Schrägaufzug immer wieder Probleme gab. Trotzdem waren wir verwundert, dass der Treppenlift an diesem Tag, einfach knapp vor Ende der Fahrt, unmotiviert stehenblieb. Das Bäderpersonal war sehr bemüht und schaffte es die Notentriegelung zu aktivieren, sodass wir dann problemlos ins Schwimmbad konnten.

Auch der Betriebsleiter war sehr hilfsbereit und erzählte uns, dass am Vortag eine TÜF-Prüfung stattgefunden hatte, wobei kein technischer Fehler gefunden wurde. Er rief sofort den Techniker der Fa. Weigl an, der jedoch erst am späten Nachmittag hätte kommen können.

Da genug kräftiges Bäderpersonal anwesend war, machten diese uns den Vorschlag, dass sie den Rollstuhlfahrer, samt Elektro-Rollstuhl, die Treppen hinuntertragen würden. Dies wäre aber nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Helfer ein Risiko gewesen, denn das Gesamtgewicht von E-Rollstuhl und Fahrer beträgt an die 250-300 kg.

Zum Glück schaffte es ein technisch versierter Mitarbeiter des Bades den Treppenlift wieder funktionstüchtig zu bekommen, sodass wir ohne weitere Schwierigkeiten das Bad verlassen konnte. Zeitaufwand aller Beteiligten ca. eine Stunde.


Bei einem Negativszenario stellt sich jedoch die Frage:

Steht kurz vor Badeschluss, also gegen 21:00 noch ausreichend Personal für diese gefährliche Hilfeleistung des Hinuntertragens zur Verfügung, falls der Treppenlifter wieder seinen Geist aufgibt? Vermutlich bleibt nur noch die Feuerwehr, die jedoch für solche Fälle gar nicht zuständig ist und auch Kosten für den Betreiber des Bades verursachen würde.

Und wer übernimmt die Haftung bei möglichen Verletzungen, wenn ein Rollstuhlfahrer die Treppen hinuntergetragen wird?