BMIN - Behinderte Menschen INklusiv
 
 

Prinzipiell sind für die Errichtung und Instandhaltung der öffentlichen WC-Anlagen in Wien die Bezirke zuständig.

2010 wurden lt. Auskunft der Errichterfirma sechs neue WC-Anlagen auf der Donauinsel angeschafft. 50 Cent sind bei den selbstspülenden und selbstreinigenden WC's pro Benutzung zu entrichten. Allerdings fehlen behindertengerecht ausgestattete Kabinen mit Euroschlüsselsystem. Sogar auf der Webseite der Errichterfirma war das WC (1210 Wien, Volleyballplatz (siehe Fotos re.) als behindertengerecht

Die nicht weit von der neu errichteten Toilette-Anlage-Volleyballplatz entfernte U6-Station „Neue Donau“, bei der sich eine Behindertentoilette befindet, waren vermutlich aus Kostengründen gesperrt (Siehe Fotos re.). Nicht nur bei dieser U-Bahnstation sind die WC's nicht zugänglich, sondern auch bei etlichen anderen. Die WC-Anlagen - U6-Neue Donau - sind seit 23. April 2015 wieder geöffnet.

U-Bahnstationen: Viele WC-Anlagen versperrt

Wie BIZEPS Online berichtet, wechselte der Zuständigkeitsbereich der U-Bahn WC-Anlagen Anfang 2014 von den Bezirken zu den Wiener Linien, um das jeweilige Bezirksbudget zu entlasten. Fast die Hälfte der barrierefreien Toiletten bei der U3 und U6 ist außer Betrieb.

Döbling: Fast keine öffentlichen behindertengerechten Toilettenanlagen

Der Nobelbezirk Döbling ist eines der Schlusslichter in puncto behindertengerechter Maßnahmen. So gibt es fast keine behindertengerechten WC-Anlagen. Einige öffentliche WC's werden in naher Zukunft abgerissen, bzw. gesperrt. Behinderte Menschen sind auf öffentliche Klos angewiesen, weil es in Gasthäusern und anderen Einrichtungen oft keine geeigneten Toilette-Anlagen für sie gibt.


Positivbeispiele:

Auch in anderen Bezirken wurden WC-Anlagen neu errichtet, jedoch mit einer behindertengerechten Kabine. So auch in Wien Alsergrund, wo 2011 im Helene-Deutsch-Park ein ähnliches WC wie auf der Donauinsel (Automatic Toilette) aufgestellt wurde. Berichtet wurde uns auch von einem positiven Beispiel aus Wiener Neustadt (siehe Fotos unten), die uns ein Aktivist zugesandt hat. Beide WC-Anlagen sind mit Euroschlüsselsystem und von der selben Firma wie auf der Donauinsel errichtet worden.

Anm.BMIN.Red.: Nachteile bei den sogenannten Automatic Toiletten sind unserer Meinung nach nicht nur die 50 Cent, die ohne Euroschlüssel pro Notdurft zu entrichten sind, sondern auch, dass diese Anlagen mit keiner Klobrille ausgestattet werden (wegen Vandalismus und der automatischen Reinigung - Wasser inkl. Desinfektionsmittel). Viele Menschen mit Behinderung benötigen jedoch eine normale Klobrille. Behindertentoiletten sollten im Winter beheizt werden (u.a. wegen Harnwegsinfekten). Nach der automatischen Reinigung ist die komplette Kabine inkl. Klomuschel noch ein wenig nass. Dies ist bei hoher Besucherfrequenz besonders ärgerlich...


Querschnittsmaterie Behindertenpolitik

Dies bedeutet, dass die einzelnen

Wiener Stadträte für die Durchsetzung behindertengerechter Maßnahmen verantwortlich sind. Die Bundesverfassung (Art. 7 - Benachteiligungsverbot behinderter Menschen), das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz, aber auch die UN-Behindertenrechtskonvention müssen auch von den jeweiligen Entscheidungsträgern der Magistratsabteilungen, ausgegliederten stadtnahen Unternehmen, aber auch anderen gemeinnützigen Rechtsträgern eingehalten werden.


Jahrzehntelang wird die Öffentlichkeit für behindertengerechte Maßnahmen sensibilisiert. Doch bei vielen politischen Entscheidungsträgern und führenden Beamten ist dies offensichtlich nicht gelungen. Finanzielle Aspekte, auch Desinteresse, dürften bei der Lösungsfindung im Vordergrund stehen.


Presseaussendung zum Thema (BIZEPS - 29. April 2015):

Wiener Linien sperrten barrierefreie Toiletten bei den U-Bahn Stationen endlich wieder auf

Behinderte Menschen sind in erhöhtem Maße auf die Nutzung öffentlicher Toiletten angewiesen, deshalb ist es wichtig, dass die Wiener Linien diese in Betrieb sind.

Die WC's auf der Donauinsel fallen jedoch in den Zuständigkeitsbereich der MA-45 (Wiener Gewässer). Die Notwendigkeit, dass behinderte Menschen ihre Notdurft auch auf der Donauinsel verrichten können, müsste der MA-45 schon längst bekannt sein. 2012 hat die MA 45 nach Protesten von BMIN ein mobiles Behinderten-WC in der Kuchelau (Wien Döbling) nachgerüstet. Und 2013 bekrittelten BMIN, die Bezirkszeitung, aber auch die Volksanwaltschaft die WC-Anlagen auf der Donauinsel, die bis dato für Rollstuhlbenutzer noch immer nicht entsprechen. Ein kaum leserbarer Zettel oben - gesperrt (Siehe aktuelle Fotos re.).

Ein Beamter der MA 45 meinte, es sei schon behindertenfreundlich adaptiert worden!?

MA 45: Keine behindertengerechten Maßnahmen?

deklariert - wurde inzwischen korrigiert. Der zuständige Mitarbeiter meinte, dass damals diese WC-Anlagen - die in Italien erzeugt werden - als behindertengerecht ausgewiesen wurden. Inzwischen bietet diese Firma nach ihren Angaben auch ö-normkonforme selbstreinigende Behindertentoiletten an.